Der Ausbiss des Alten Lagers

Von den beiden Erzlagern des Rammelsberges trat das Alte Lager nach über Tage aus und zog sich 400 Meter lang von Südwesten nach Nordosten im Berg entlang; es hatte eine Mächtigkeit von bis zu 30 Metern. Durch den Bergbau früherer Jahrhunderte wurde der ursprüngliche Ausbiss beseitigt. Im Tagebau gewann man das Erz an dieser Stelle möglicherweise bereits vor 3000 Jahren. Das am Ausbiss über viele Jahrtausende der Witterung ausgesetzte Erz oxidierte und konnte mit weit geringerem Aufwand gelöst werden als dies in späteren Jahrhunderten der Fall war, da man mit zunehmender Teufe auf immer festere Erze stieß. Diese Oxidationszone, auch Eiserner Hut genannt, ist längst nicht mehr vorhanden. Nur noch Verfärbungen an den Strossen der Schiefermühle deuten an, dass in diesem Bereich die Zusammensetzung des Untergrundes von der der Umgebung abweicht.

Wahrscheinlich um das Jahr 1000 unserer Zeitrechnung erreichte man solche Teufen, dass eine wirtschaftliche Gewinnung im Tagebau nicht mehr möglich war und man zum Tiefbau übergehen musste. Seit einiger Zeit ist auf dem oberen Niveau das Profil eines ehemaligen Hohlweges zu sehen, der direkt bis zum Ausbiss des Alten Lagers führte. Hier wurde während einer archäologischen Grabung 2001 ein Lederschuh gefunden, der durch eine C14-Untersuchung in die Zeit um 1024 zu datieren ist.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Neue Lager des Rammelsberges entdeckt, das im Gegensatz zum Alten Lager nicht nach über Tage austrat. Das gesamte Erzaufkommen des Rammelsberges belief sich auf rund 27 Millionen Tonnen. Es enthielt vor allem Pyrit (FeS2), Bleiglanz (PbS), Zinkblende (ZnS) und Kupferkies (CuFeS2), daneben durchschnittlich 120 g/t Silber und 1 g/t Gold, außerdem Cadmium, Quecksilber, Antimon, Thallium, Wismut und andere Seltenmetalle. Alle Minerale waren feinkristallin und innig miteinander verwachsen.







VERLÄNGERT!
09.11.2014

Unsere diesjährige Sonderausstellung "Perspektiven des Welterbes" sollte eigentlich am 26. Oktober 2014 Wochenende zu Ende gehen.
Allerdings haben wir uns aufgrund des regen Besucherinteresses entschlossen, die Ausstellungdauer um zwei Wochen zu verlängern.
Sie endet somit erst am 9. November zeitgleich zu dem Ende der Herbstferien in Niedersachsen und Bremen.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Preis:
7,00 €
Kinder 4,00 €
 
Sonntags-Matinee
26.10.2014
11.00 Uhr

Vortrag: Dr. Martin Wetzel, Goslar: „Der Bergarbeiterstreik von 1889 an der Ruhr. Verlauf, Besonderheiten und Auswirkungen“

Preis:
kostenfrei
 
Veranstaltungskalender
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