Die Erzabfuhrwege

Folgt man der Bruchchaussee in Richtung Maltermeisterturm, so quert man einen Bereich, in dem zu beiden Seiten der Straße tiefe Furchen im Waldboden zu erkennen sind, überwachsene Spuren alter Transportwege, auf denen Erz den Berg hinab- und Brand- und Bauholz hinaufbefördert wurden. Von den Ansatzpunkten der Schächte rund um den Turm führten sie in die Stadt hinein und zu den Hütten im nördlichen Vorland.

Während der Hüttenstandort Oker auf direktem Weg erreicht werden konnte, führte der Weg zu den Hütten an Grane und Innerste durch die Stadt: durch das Claustor hinein, über Berg-, Forst-, Schreiber-, Bäringerstraße zum Vititor und dort in das Vorland hinaus. Andere führten über den Auerhahn zu den Hüttenplätzen im Oberharz, spielten aber wohl seit dem ausgehenden Mittelalter für den Erztransport keine Rolle mehr. Auch die übrigen Wege am Hang des Rammelsberges verloren ihre Bedeutung, nachdem die Reformen des Johann Christoph Roeder die Förderung der Erze gänzlich umgestaltet hatten: Nicht mehr an den Ansatzpunkten der Schächte gelangten diese nach über Tage, sondern durch die 1804 fertig gestellte Tagesförderstrecke rund 80 Meter tiefer.

Transportiert wurde auf ein- oder zweiachsigen Pferdewagen, deren eisenbeschlagene Räder dort, wo der Untergrund nicht ausreichend von Erdreich geschützt war, tief darin einschnitten. Wegebesserer mussten zur Tat schreiten, wenn diese Furchen so tief waren, dass die Radachsen oder -naben aufzusetzen drohten. Sie schlägelten den in der Mitte des Weges und seitlich stehen gebliebenen Schiefer ab. Da der Transport am Bergeshang Jahrhunderte lang praktiziert wurde und etliche Fuhrwerke gleichzeitig unterwegs waren, wuchs die Anzahl der Erzwege unüberschaubar an. Wandert man durch dieses mittlerweile vom Wald überwucherte Gelände, so kann man noch immer ein vom heutigen gänzlich verschiedenes Bild des Rammelsberges erahnen.

Seitdem die Roeder’sche Tagesförderstrecke in Betrieb genommen worden war und die Erze über Sturzbrücken auf dem Lagerplatz – dort, wo sich heute der Verwaltungstrakt und der Werkshof befinden – aufgehaldet wurden, fuhr man die Erze von dort ab. Auch diejenigen Erze, die für die Hütte in Oker bestimmt waren, nahmen seitdem ihren Weg durch die Stadt: durch das Claustor hinein, über die Breite Straße und durch das Breite Tor wieder hinaus.







Internationaler Museumstag 2015
17.05.2015
09.00 - 18.00 Uhr

11.00 Uhr und 13.00 Uhr Sonderführung "Hinter die Kulissen eines Museums"

12.00 und 14.00 Uhr Sonderführung durch die Ausstellung "Mo(nu)ment -Aufnahme"

ganztägig offene Restauratorenwerkstatt

alle Fahrten mit der Schrägförderanlage zwischen 10.30 Uhr und 16.30 Uhr frei

Preis:
kostenfrei
 
Sonntags-Matinee
31.05.2015
11.00 Uhr

Dr. Johannes Großewinkelmann und Herbert Westermann, Goslar: Zur Geschichte der Stromversorgung des Erzbergwerkes Rammelsberg

Preis:
kostenfrei
 
Veranstaltungskalender
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